Brand- und Katastrophenschutz

Das Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz ist die koordinierende Stelle für den gesamten Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes im Schwarzwald-Baar-Kreis. Ihm obliegen die Aufgaben nach Feuerwehrgesetz sowie Landeskatastrophenschutzgesetz.

Neben der Organisation der Ausbildung für die Feuerwehren des Landkreises ist auch die Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen (DRK, JUH, MHD, DLRG und Bergwacht) sowie dem THW, der Polizei und der Bundeswehr wichtig. So stehen für den Katastrophenschutz zwei Einsatzeinheiten des Sanitätsdienstes, zwei Ortsverbände des THW sowie die Feuerwehr zur Verfügung. Die gesamte Koordination dieser Einheiten obliegt dem Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz.

Aufgaben

  • Aufsicht Feuerwehrwesen nach Feuerwehrgesetz 
  • Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, dem Kreisfeuerwehrverband und den Bürgermeisterämtern des Landkreises in Hinblick auf Ausbildung, Ausstattung und Leistungsfähigkeit 
  • Bewilligungsstelle für die kommunalen Zuschüsse für das Feuerwehrwesen nach VwV-Z-Feu 
  • Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen (DRK, JUH, MHD und DLRG) sowie dem THW in Hinblick auf gemeinsame Einsätze im Tagesgeschäft sowie im Katastrophenschutz 
  • Zusammenarbeit mit der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle Villingen-Schwenningen, insbesondere für den Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes 
  • Zusammenarbeit mit Polizei und Bundeswehr 
  • Brandschutzsachverständigenwesen nach VwV-Brandschutzprüfung 
  • Brandverhütungsschauen nach VwV-Brandverhütungsschauen 
  • Einsatzplanung und -vorbereitung für Großschadenslagen und Flächenereignisse inkl. Katastropheneinsatzplan 
  • Betrieb Fachberaterwesen (ABC-Schutz, Öffentlichkeitsarbeit, Notfallseelsorge, Höhenrettung und Hochwasser) 
  • Fachtechnische Unterstützung der kommunalen Einsatzleiter; Übernahme der Technischen Einsatzleitung nach Feuerwehrgesetz bzw. Katastrophenschutzgesetz 
  • Betrieb Verwaltungsstab und Führungsstäbe 
  • Vorbereitung und Durchführung von Katastrophenschutzübungen 
  • Funkwesen (Betrieb Digitale Alarmierung sowie Betriebskanäle) 
  • Organisation Feuerwehrausbildung für die Kommunen des Landkreises auf Kreis,- Landes- und Bundesebene 
  • Verwaltung Überprüfung der bundes- und landeseigenen Fahrzeuge des Katastrophenschutzes 
  • Staatliche Ehrungen von Feuerwehrangehörigen 
  • Rechtliche Prüfung von Feuerwehrsatzungen sowie Kostenordnungen

Feuerwehr

Für die Feuerwehren sind nach dem Feuerwehrgesetz die Städte und Gemeinden verant­wortlich. Der Landkreis hat die Aufgabe der Aufsicht über die Feuerwehren. Die Fachauf­sicht obliegt dabei dem Kreisbrandmeister. Er bearbeitet die feuerwehrtechnischen Ange­legenheiten, berät die Gemeinden und kann bei Einsätzen die technische Leitung übernehmen. Außerdem ist der Kreisbrandmeister der Ansprechpartner für den vorbeugenden abwehrenden Brandschutz.

Spezialfahrzeuge

Für besondere Einsatzarten hält der Landkreis Spezialfahrzeuge vor. Einsätze im Bereich von Gefahrgütern bedürfen spezieller Ausrüstung, die der Landkreis durch einen "Gefahrgutzug" vorhält. Dieser gliedert sich in drei Einsatzmodule:

  • mit einem Gerätewagen Gefahrgut befindet sich die Fachgruppe Chemie bei der Feuerwehr Donaueschingen,
  • die Fachgruppe Atem- und Strahlenschutz befindet sich mit einem Gerätewagen sowie einem ABC-Erkundungskraftwagen (zum Messen radioaktiver und chemischer Kontamination) bei der Feuerwehr Villingen-Schwenningen
  • bei der Feuerwehr Blumberg ist ein Spezialfahrzeug stationiert, für die Fachgruppe Dekontamination, zur Dekontamination von Personen und Material.

Zentrale Atemschutzwerkstatt und Atemschutzübungsanlage

Der Schwarzwald-Baar-Kreis betreibt bei der Feuerwehr Donaueschingen eine Zentrale Atemschutzwerk­statt. Hier findet die Wartung und Reparatur von Atemschutzgeräten und Chemikalienschutz­anzügen statt.

Außerdem unterhält der Schwarzwald-Baar-Kreis zusammen mit dem Landkreis Tuttlingen ein gemein­sames Atemschutzzentrum. Hier wird die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger vorge­nommen. Wenn Feuerwehrleute bei Bränden im Inneren von Gebäuden Feuer bekämpfen oder gar Menschen aus giftigem Rauch retten, sind die Anforderungen enorm. Eine weitreichende und immer wiederkehrende Aus- und Fortbildung ist zwingend notwendig. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür sind geeignete Übungsmöglichkeiten in einer Atemschutzübungsanlage.

Das Atemschutzzentrum ist nach rund einem Jahr Bauzeit im Oktober 2016 fertiggestellt worden. Beide Landkreise investierten rund 2,5 Mio Euro. Es beinhaltet eine Kriech- und Orientierungsstrecke mit Übungsgeräten sowie die zugehörige besondere Haustechnik. Darüber hinaus bestehen umfangreiche Möglichkeiten zur Ausbildung. So existiert erstmalig ein sogenannter Zielraum, in dem eine Wohnung mit mehreren Räumen, Möbeln und Einrichtungsgegenständen nachgebildet ist. Die Feuerwehrleute trainieren hier ohne jede Sicht das richtige und vor allem sehr zeitkritische Suchen und Retten von Menschen aus verrauchten Bereichen.

Eine in ganz Baden-Württemberg einmalige Besonderheit bildet die Brandübungsanlage. Diese besteht aus zwei Schiffscontainern und bietet die Möglichkeit realitätsnaher, heißer Brandbekämpfungsübungen an gasbefeuerten Brandstellen. Die hieraus gewonnenen Erfahrungen steigern neben den Kenntnissen zur richtigen Brandbekämpfung auch die Sicherheit der fast ausnahmslos ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen.

Bereits seit 1988 betreiben der Landkreis Tuttlingen und der Schwarzwald-Baar-Kreis gemeinsam eine Atemschutzübungsanlage – bisher am Standort des alten Feuerwehrhauses in Tuttlingen. Das neue Atemschutzzentrum befindet sich neben dem neuen Feuerwehrhaus der Stadt Tuttlingen in der Stockacher Straße. Die gemeinsame Nutzung der Anlage durch die Feuerwehren beider Landkreise bewirkt eine besonders hohe Auslastung und reduziert die Ausgaben. Beide Landkreise beteiligen sich mit 50 Prozent an den Kosten. Auch das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit 650.000 Euro.

Die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren umfasst nicht nur eine einmalige Einweisung, sondern auch verpflichtend jährliche Wiederholungsübungen. Diese finden statt, um den besonderen körperlichen und fachlichen Anforderungen gerecht zu werden. Außerdem ist so eine wiederkehrende Kontrolle der Leistungsfähigkeit gewährleistet. Jährlich sind rund 700 Feuerwehrangehörige aus dem Landkreis Tuttlingen und rund 1.000 aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis zur Fortbildung in der Atemschutzübungsanlage.

Die Ausbildung der Feuerwehrangehörigen wird zentral vom Landratsamt koordiniert. Auf Landkreisebene erfolgen die Ausbildungen Truppmann, Truppführer, Sprech­funker, Maschinist und Atemschutzgeräteträger. 

Feuerwehrzeitung

Die Feuerwehrzeitung 2016 ist bereits die 23. Ausgabe. Durch sie kann man sich einen Überblick über das zurückliegende Jahr verschaffen und sehen, was unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte alles geleistet haben. Die Zeitschrift ist ein hervorragendes Mittel, um die Öffentlichkeit über die vielfältigen Aufgaben und Aktivitäten der Feuerwehren im Schwarzwald-Baar-Kreis zu informieren.

Die aktuelle Ausgabe als pdf-Dokument finden Sie hier. (30MB)     

22. Jahresausgabe - 2015

21. Jahresausgabe - 2014

20. Jahresausgabe - 2013

Fernseh-Team und Radio berichten über Atemschutzzentrum der Landkreise Tuttlingen und Schwarzwald-Baar

Ein Fernsehteam des Regio-TV und ein Team des Radiosenders SWR 4 waren im Dezember 2016 zu Gast beim Atemschutzzentrum in Tuttlingen. Kreisbrandmeister Florian Vetter freute sich über den Besuch und zeigte den Medienvertretern bei einem Rundgang das „Modernste Atemschutz-Zentrum mit „Heißbereich“ in Baden-Württemberg“.

Bei den Aufnahmen wurde hautnah über die Übungen der Atemschutzgeräteträger berichtet, die sich im Vorbereitungsraum ausgerüstet haben. Im sogenannten Konditionsraum ging es an die verschiedenen Geräte wie Laufband, Endlosleiter, Armergometer, Fahrrad sowie Schlaghammer. In der eigentlichen Atemschutzstrecke wurde eine Einsatzübung unter erschwerten Bedingungen durchgeführt. Unter der Beobachtung von Ausbildungsleiter Jordan Sattler und Ausbilder Adrian Ginter, mussten die Teilnehmer ihr Können unter Beweis stellen.

Den Film können Sie hier ansehen

Informationen zur Rauchwarnmelderpflicht in Baden-Württemberg

Der Landtag von Baden-Württemberg hat eine Rauchwarnmelderpflicht beschlossen. Fragen und Antwort hierzu sind in einer Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg zusammengestellt - Sie können dies hier nachlesen.

Katastrophenschutz

Warnung und Information im Katastrophenfall

Im Katastrophenfall ist die Information und Warnung der Bevölkerung eine der wichtigsten Aufgaben des Katastrophenschutzes. Nur so kann die Bevölkerung im Notfall die geeigneten Selbsthilfemaßnahmen ergreifen. Das Land Baden-Württemberg nutzt in erster Linie den Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen), um vor akuten Gefahren zu warnen. Die Warnungen werden den Sendeanstalten über das rund um die Uhr besetzte Lagezentrum im Innenministerium Baden-Württemberg oder bundesweit über ein satellitengestütztes Kommunikationssystem übermittelt.

Hinweis: Bitte sorgen Sie dafür, dass Ihr Haushalt über mindestens ein Radiogerät verfügt, das - wie beispielsweise ein Autoradio - auch ohne Stromnetz funktioniert.

Soweit vorhanden, wird auf örtliche Gefahren auch mit Warnsirenen aufmerksam gemacht. Ob es in Ihrem Heimatort Sirenen gibt und für welche Gefahrenlagen sie eingesetzt werden, erfahren Sie von Ihrer Gemeindeverwaltung. Alternativ oder ergänzend können im Gefahrenbereich auch Durchsagen über Einsatzfahrzeuge mit Lautsprechern erfolgen.

Tipp: Mehr zum Thema Warnung der Bevölkerung bietet Ihnen auch das Internetportal des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Ein Serviceangebot des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Diese App bietet grundlegende Informationen und Notfalltipps im Bereich Bevölkerungsschutz an. Außerdem kann NINA standortbezogen vor Gefahren, wie z. B. Hochwasser oder anderen sogenannten Großschadenslagen, warnen. 

Die Landesregierung hat den "Kriseninformationsdienst Baden-Württemberg" im Internet ins Leben gerufen. Hier werden im Krisenfall und bei Großschadenereignissen aktuelle Informationen wie beispielsweise Pressemitteilungen, Lageberichte sowie Ansprechpersonen veröffentlicht.

Die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg bietet Ihnen im Fall von steigenden Pegeln von Flüssen und vom Bodensee immer aktuelle Wasserstands-, Abfluss- und Niederschlagsdaten sowie Hochwasservorhersagen. Allgemeine Informationen zur Hochwasservorhersage erhalten Sie in der entsprechenden Verfahrensbeschreibung auf unseren Seiten.

Der Deutsche Wetterdienst stellt die aktuelle Wetter- und Warnlagen, zum Beispiel mit Informationen über drohende Sturmwetterlagen oder Starkniederschläge, auf seiner Internetseite übersichtlich dar.

Rund 40 ständige Messstationen in Baden-Württemberg registrieren sowohl Erdbeben als auch Bodenerschütterungen. Im Fall eines Erdbebens stellt der Landeserdbebendienst beim Regierungspräsidium Freiburg aktuelle Messergebnisse zur Verfügung. Die gleichlautende Verfahrensbeschreibung stellt diesen Dienst vor und verweist auch auf Tipps für richtiges Verhalten bei Erdbeben.

Für die Überwachung kerntechnischer Anlagen im In- und angrenzenden Ausland betreibt Baden-Württemberg die Kernreaktorfernüberwachung (KFÜ). Dieses komplexe System überwacht die Einhaltung der zulässigen Strahlenwerte in der Umgebung kerntechnischer Anlagen.

1. und 2. Einsatzeinheit

Für den Katastrophenschutz stehen dem Landkreis zwei Einsatzeinheiten des Sanitätsdienstes zur Verfügung.

  1. Einsatzeinheit-Erstversorgung
  2. Einsatzeinheit-Behandlung

Die Einsatzeinheit (EE) ist eine taktische Einheit des Bevölkerungsschutzes. Sie ersetzte nach Ende des Kalten Krieges in einigen Bundesländern die früheren Katastrophenschutzzüge (Sanitäts- und Betreuungszüge). Im Gegensatz zu diesen kombiniert die Einsatzeinheit die Katastrophenschutz- fachdienste Erstversorgung und Behandlung, weshalb sie flexibler und umfangreicher einsetzbar ist. Das in der Regel ehrenamtliche Personal wird in unserem Landkreis von zwei Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Malteser Hilfsdienst (MHD) gestellt. Das Material sowie die Fahrzeuge werden hauptsächlich vom Bund und den Bundesländern, teilweise aber auch von den Hilfsorganisationen finanziert.

Ausstattung und Aufbau

Die Personalstärke einer Einsatzeinheit (EE) beträgt in Baden-Württemberg 32 Einsatzkräfte (Stärke: 3/5/24/32). Sie ist in vier Module aufgeteilt: 

Zudem können die SEG-Teilmodule der EE durch zusätzliche Fahrzeuge und Helfer der Ortsvereine etc. ergänzt werden.

Führungstrupp (Zugtrupp)

  • Modul: Sanität 
  • Modul: Transport
  • Modul: Betreuung und Logistik
  • Modul: Technik und Sicherheit

Alarmierung

Das Personal ist in der Regel mit Funk- bzw. Digitalmeldeempfängern (FME/DME) ausgerüstet und wird nach Bedarf von der Integrierten Leitstelle alarmiert. 

Ausbildung

Jeder Helfer der Einsatzeinheit erhält eine Grundausbildung in der grundlegende Kenntnisse in Einsatztaktik, Sanitätsdienst, Betreuungsdienst und Technik und Sicherheit vermittelt werden. Danach folgt die Fachdienstausbildung in dem für den Helfer vorgesehenem Katastrophenschutzfachdienst und notwendige Funktionsausbildungen. Für Führungspositionen vorgesehene Einsatzkräfte besuchen darüber hinaus die Ausbildungsgänge für Trupp-, Gruppen- oder Zugführer.

Verwaltungs- und Führungsstab

Im Verwaltungsstab werden die alltäglichen, originären Verwaltungs- und Leitungsaufgaben in zeitkritischen Situationen (Krisen) aller zuständigen Fachressorts des Landratsamtes im Sinne der kooperativen Führung zu einem optimierten Ergebnis geführt. Der Verwaltungsstab wird durch einen Stabsleiter geleitet.

Der Führungsstab setzt sich laut FwDV 100 aus den Sachgebieten 1 bis 6, dem Sichter und den Fachberatern zusammen. Der Führungsstab leitet den Einsatz vor Ort. Gibt es mehrere Einsatzstellen, werden einzelne Einsatzabschnitte (mit je einem Abschnittsleiter) gebildet, die zusammen wiederum dem Führungsstab unterstehen. Dieser wird durch einen Einsatzleiter (i. d. R. durch den Kreisbrandmeister) geleitet.  

Die Feuerwehr hat bei ihren Einsätzen die Aufgabe, auf der Basis meist lückenhafter Informationen, eine oder  gleichzeitig mehrere Gefahren zu bekämpfen. Ein Schadenereignis oder eine Gefahrenlage kann dabei im Umfang und im Gefährdungsgrad auch während des Einsatzes weiter anwachsen (z. B. Großbrand) oder es kann ursächlich abgeschlossen sein (z. B. Zugunfall). Die Schaden- oder Gefahrenabwehr -auch bei ursächlich abgeschlossenen Ereignissen- kann erhebliche technische und organisatorische Einsatzmaßnahmen erforderlich machen. Die Einsatzleitung hat die Aufgabe, alle Maßnahmen zur Abwehr der Gefahren und zur Begrenzung der Schäden zu veranlassen. Insbesondere gilt es, die Einsatzkräfte möglichst wirkungsvoll an meist unbekannten Orten und bei nicht vollständig bekanntem oder erkundetem Schadenumfang einzusetzen. Die Einsatzleitung muss daher die Lage schnell erfassen und sie beurteilen. Der Einsatzerfolg hängt wesentlich vom reibungslosen Funktionieren der Einsatzleitung ab. Als Grundlage dient hierzu ein Führungssystem.

Integrierte Leitstelle

Eine Leitstelle ist eine ständig mit Personal besetzte und mit Informations- und Kommunikationssystem ausgestattete Einrichtung, die Notrufe entgegennimmt und unverzüglich Maßnahmen trifft, um Personal, Fahrzeuge und Geräte zu entsenden. Sie alarmiert, koordiniert und lenkt Einsatzkräfte und unterstützt die Einsatzleitung (Leitstelle ist ein Oberbegriff).  

Sie erfüllt ihre Aufgaben technisch, organisatorisch und personell sowohl für die Feuerwehr als auch für den Rettungsdienst. Der Rettungsdienst umfasst hierbei sowohl die Notfallrettung als auch den Krankentransport, einschließlich der Berg-, Luft- und Wasserrettung. Die Leitstelle nimmt auch Aufgaben im Katastrophenschutz, Hausnotruf und den vertragsärztlichen Notdienst wahr. In einer Integrierten Leitstelle erledigt jeder Disponent alle anfallenden Aufgaben unter Nutzung einheitlicher Technik und nach gleichen Organisationsregeln.

Standort

Klinikstraße 22
78052 Villingen-Schwenningen
(gegenüber dem Klinikum und neben dem Luftrettungszentrum)

Hier geht es zum Webportal der Integrierte Leitstelle Villingen 

Aufgaben

Annahme von Notrufen und Hilfeersuchen

  • Annahme von Notrufen und Hilfeersuchen, z. B. aus Notruf „112“, Krankentransportersuchen über die Rufnummer 19222, Brandmeldeanlagen, Fernsprechanschlüssen, Direktleitungen, Hausnotruf
  • Beratung per Telefon für Sofortmaßnahmen bei medizinischen und allgemeinen Notfällen
  • Weiterleitung von polizeispezifischen Notrufen an das Lage- und Führungszentrum des Polizeipräsidiums Tuttlingen

Zuordnung der Einsatzkräfte und der zuständigen Stellen

  • Auswahl zum gemeldeten Ereignis zu alarmierenden Einheiten
  • Anwendung von Alarmplänen, Indikationskatalogen und Dispositionsstrategien

Alarmierung der Einsatzkräfte

  • Auswahl und Bedienung der optimalen Alarmierungseinrichtung für die festgelegte Einheiten,
    z. B. Alarm über digitale Anlage Funkmeldeempfänger, Personenruf und Telefon
  • Alarmierung der Einsatzkräfte von Feuerwehr, Notfallrettung, Krankentransport und Katastrophenschutzdienst sowie rettungsdienstnaher Kräfte wie z. B. Helfer vor Ort, Notfallnachsorge

Unterstützung der Einsatzleitung

  • Funktion als Führungsmittel der Einsatzleitung
  • Bereitstellung von Informationen, z. B. über Anfahrten, Spezialobjekte, Gefahrgut/Gefahrstoffe, spezielle Einsatzmittel, einsatzbezogene Erkenntnisse
  • Vermittlung von Betten (Auswahl eines geeigneten Zielkrankenhauses)
  • Vermittlung von Spezialisten, z. B. medizinisches Fachpersonal, TUIS
  • Herstellung und Aufrechterhaltung der Fernmeldeverbindungen zu allen Einsatzfahrzeugen
  • Überwachung des Funkverkehrs
  • Abfrage von Status- und Lagemeldungen
  • Abwicklung standardisierter Alarmierungsabläufe
  • Dokumentation des Einsatzgeschehens
  • Zusammenarbeit mit dem Landratsamt als untere Katastrophenschutzbehörde, dem Polizeipräsidium und den Polizeirevieren und mit benachbarten Leitstellen und der Oberleitstelle Baden-Württemberg

Information anderer Stellen

  • Benachrichtigung von Polizei, Fachbehörden, Krankenhäusern und politischen Vertretern (z. B. Landrat)
  • Information der zuständigen Katastrophenschutzbehörde
  • Benachrichtigung der Energieversorgungsunternehmen sowie anderer zuständiger Betriebe und Einrichtungen

Einsatzvorbereitende Maßnahmen

  • Führen eines Nachweises über die Aufnahme und Dienstbereitschaft der im Rettungsdienstbereich gelegenen Krankenhäuser (§ 29 Abs. 4 LKHG)
  • Führen von Übersichten über den vertragsärztlichen Notdienst, die dienstbereiten Apotheken, die Informationsstellen für Vergiftungen und Verbrennungen, die Blutspendenzentrale und die Druckkammern
  • Erstellen und Pflegen von Einsatzunterlagen (Datenbanken, Karteien) z. B. Objekte, Straßensperrungen, Anfahrten, Einsatzmittel, Nachschub- und Ergänzungsmittel, Adressen, Telefonnummern, Bettennachweis
  • Praktische Aus- und Fortbildung des Leitstellenpersonals
  • Betreuung der Technik

Dokumentation

  • Bedienung und Wartung der Dokumentationsanlage
  • Protokollführung bei Einsätzen
  • Erstellen von Berichten und Statistiken

Vermittlung und Übernahme von Dienstleistungen

  • Hausnotruf
  • Annahme und Weitergabe von Warnmeldungen über Hochwasser, Sturm und Unwetter

Träger

Die Träger der Integrierten Leitstelle sind das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis und die DRK Rettungsdienst GmbH Villingen-Schwenningen.

Geschichte

1975: Einrichtung der ersten zentralen DRK Rettungsleitstelle für den Schwarzwald-Baar-Kreis. Beginn der Rund-um-die-Uhr-Besetzung der Rettungsleitstelle.
damaliger Standort: VS-Villingen, Josefsgasse 12, Erdgeschoss.  

1980: Einrichtung der ersten Feuerwehralarmierungszentrale für den Schwarzwald-Baar-Kreis im Raum der Rettungsleitstelle (VS-Villingen, Josefsgasse 12) mit Einführung des direkten Notrufes 112 aus den Telefon-Ortsnetzen Villingen und Schwenningen. Für die anderen Ortsnetze wurde der Notruf 112 über die Polizeireviere zur Leitstelle gelenkt (sogenannter unechter Notruf).  

1991/1992: Ende 1991 Inbetriebnahme der gemeinsamen Rettungs- und Feuerwehrleitstelle für den Schwarzwald-Baar-Kreis im Obergeschoss in der Josefsgasse 12 (ehemaliger Ausbildungsraum des DRK-Ortsvereines Villingen) und im November 1992 wurde diese offiziell eingeweiht. Zuvor hat am 15.01.1990 der Ausschuss für Umwelt, Technik und Gesundheit des Kreistages beschlossen, die technische Einrichtung der Feuerwehrleitstelle zu erneuern und den direkten Notruf für den gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis einzuführen. Zeitgleich hat der DRK Vorstand ebenfalls die technische Erneuerung der Rettungsleitstelle beschlossen. Die Erfahrungen aus der Hochwasserkatastrophe im Februar 1990 führte zu einer Korrektur der technischen Ausstattung u. a. wurde ein Arbeitsplatz für Großeinsätze und die EDV-Unterstützung eingeplant.

1999/2000:  Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle für den Rettungsdienst und die Feuerwehren. Technische Umrüstung von vier Arbeitsplätzen für die Disponenten, damit von jedem Arbeitsplatz alle Aufgaben einer Integrierten Leitstelle erledigt werden konnte, verbunden mit der Integration eines neuen Einsatzleitsystems.      

Juni 2006: Inbetriebnahme der technischen Vernetzung mit der Leitstelle Rottweil (gegenseitige Notrufweiterschaltung).  

März 2007: Inbetriebnahme der technischen Vernetzung mit der Leistelle Tuttlingen (einseitige Notrufweiterschaltung von Tuttlingen nach Villingen-Schwenningen).

2011: Inbetriebnahme einer neuen Funk- und Notrufannahme-Technik.

Februar 2017: Umzug und Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle Schwarzwald-Baar-Kreis am neuen Standort in der Klinikstraße 22, direkt neben dem Luftrettungszentrum des "Christoph 11" und gegenüber dem Schwarzwald-Baar-Klinikum. 

Das neue zweigeschossige Gebäude wurde in gemeinsamer Bauherrschaft von den beiden Trägern, der DRK Rettungsdienst Schwarzwald-Baar gGmbH und dem Landkreis Schwarzwald-Baar, gebaut. Im März 2013 fasste der zuständige Ausschuss für Umwelt, Technik und Gesundheit den Grundsatzbeschluss zum Bau einer neuen Integrierten Leitstelle am Standort Klinikstraße.

Nach Ausschreibung und Vergabe der Architekten- und Fachplaner-Leistungen konnte mit der Planung begonnen werden. Im Oktober 2014 beschloss der Ausschuss die Vergabe der Rohbauarbeiten und dann am 14. November 2014 erfolgte der Spatenstich.

Bis ca. Mitte Juni 2015 dauerten die Erd- und Rohbauarbeiten, Dachabdichtung, Fenster- und Verglasung, Trockenbau- und Malerarbeiten sowie Sonnenschutz und Fassadenarbeiten an. Dann begannen die Installationsarbeiten der Heizung-, Lüftung- und Klimatechnik sowie die umfangreichen Elektroarbeiten. 

Durch den Ausschuss für Umwelt und Technik wurde im Juli 2015 der Auftrag der Leitstellentechnik vergeben. Ab November 2015 wurde die komplexe Technik eingebaut. Die Fertigstellung der technischen Anlagen erfolgte Ende 2016, danach begannen der Probebetrieb sowie die Testphase. 

Am 21. Februar 2017 schließlich war der Umzug und nach 24 Jahren in den bisherigen Räumen kann nun der Betrieb der ILS am neuen Standort stattfinden. 

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