Fastnacht und Brauchtum

Zu den Höhepunkten der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht gehört das Narrentreiben in der Altstadt von Villingen, wo die Historische Narrozunft mit den Masken von "Narro" und "Morbili" seit Ende des 19. Jahrhunderts das närrische Szepter führt. Typisches fasnachtliches Traditionstreiben gibt es aber genauso in Hüfingen, Bräunlingen, Donaueschingen und Bad Dürrheim. Wer die „Häser“ und die „Schemen“, also die geschnitzten Masken, unterm Jahr anschauen will, geht in den Narrenschopf, das größte Fastnachtsmuseum in Deutschland. Einige liebevoll ausgestattete Zunftstuben (z. B. in Donaueschingen) bieten weitere Einblicke in die regionale Fastnachtswelt.

Brauchtum im Quellenland Schwarzwald-Baar-Kreis geht weit über die Fastnacht hinaus – und hat vielerlei uralte Wurzeln. Der Kuhreihen in Villingen zum Beispiel, ein stimmungsvolles Erlebnis: am späten Heiligabend spielen Musiker auf ihren Hirtenhörnern weihnachtliche Weisen. Dieser Brauch geht zurück auf ein altes Gelübde der Stadt Villingen. Vielleicht so alt wie die Fasnacht ist die Bräunlinger Kilbig, eine Kirchweih mit Volksfestcharakter, das weit über 600 Jahre begangen wird. Bezug zum Lebensrhythmus der ländlichen Bevölkerung hat das traditionelle Kreiserntedankfest – hier im Quellenlandkreis ist eine der wenigen Regionen, wo man Erntedank noch in solchem Rahmen feiert.

Aus Italien regelrecht importiert und feinsinnig weiterentwickelt ist der Brauch des Blumenteppichs: In Hüfingen gibt es zu Fronleichnam, dem höchsten Feiertag der Katholiken, einen Blütenteppich, der je nach Witterung Meter lang sein kann. Und das Gregorifest in Donaueschingen ist ganz den Kindern gewidmet: Zurückgehend auf die Stiftung der Gräfin Amalie von Fürstenberg gibt es seit über 400 Jahren den Gregoriwecken für Donaueschinger Schulkinder.

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