Karl Heim

1950 in Bochingen, Kreis Rottweil, geboren, begann Karl Heim als 17-jähriger seine Verwaltungslaufbahn mit dem Vorbereitungsdienst für den gehobenen Verwaltungsdienst, den er als Diplom-Verwaltungswirt (FH) abschloss. Es folgte das Studium der Verwaltungswissenschaften an der Universität Konstanz in den Jahren 1972 bis 1977. Abgeschlossen hat Karl Heim mit dem akademischen Grad „Diplomverwaltungswissenschaftler“. Der zweiten Staatsprüfung mit Befähigung für den höheren allgemeinen Verwaltungsdienst ging ein Referendariat beim Landratsamt Böblingen, dem Regierungspräsidium Stuttgart, im Innenministerium Baden-Württemberg sowie an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer voraus.
Am Beginn des beruflichen Werdegangs stand in den Jahren 1979 bis 1982 eine Tätigkeit als Regierungsassessor und im Anschluss als Regierungsrat beim Landratsamt Freudenstadt, wo Karl Heim als Dezernent für die Bereiche Verkehrswesen sowie Rechts- und Ordnungsamt fungierte. Im Oktober 1982 wurde Karl Heim an die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer berufen und wirkte als Assistent von Prof. Dr. Frido Wagner am Lehrstuhl für allgemeine Verwaltungswissenschaften. In den Jahren 1984 bis 1987 war er im Regierungspräsidium Stuttgart zunächst als Referent für Immissionsschutz und danach als Leiter der Koordinationsstelle des Regierungspräsidenten tätig.
Mit Wirkung zum 1. Mai 1987 wechselte Karl Heim als Erster Landesbeamter und Stellvertreter des Landrates zum Landratsamt Zollernalbkreis in Balingen. Als Dezernent war er dort zuständig für das Bau- und Umweltschutzamt, Rechts- und Ordnungsamt, Abfallwirtschaftsamt, Schulverwaltungsamt und auch für das Wasser- und Bodenschutzamt sowie das Veterinäramt.

Am 15. April 1996 wurde Karl Heim im dritten Wahlgang und bei zwei Mitbewerbern mit 36 von 65 gültigen Stimmen zum Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises gewählt. Er trat sein Amt am 1. Juni 1996 an. Der Kreistag wählte den inzwischen 53jährigen am 29. März 2004 mit großer Mehrheit erneut zum Landrat.

Die erste Halbzeit der „Ära Heim" war zwar auch davon geprägt, ein von seinem Amtsvorgänger Dr. Rainer Gutnecht wohl bestelltes Haus weiter zu optimieren, dies vor allem im Schulbaubereich, aber eine eigenständige Handschrift des zweiten Landrats des Schwarzwald-Baar-Kreises kam unspektakulär, dafür aber wirkungsvoll nach und nach zur Geltung. Nach außen hin war das vor allem daran zu erkennen, dass Landrat Karl Heim in der Öffentlichkeit durch seine Präsenz nicht nur bei kreisrelevanten Ereignissen immer mehr ins Bewusstsein der Kreisbevölkerung trat, sondern auch stets großen Wert darauf legte, ein „Landrat zum Anfassen" zu sein. So verlangte er nicht nur seinen Mitarbeiter(inne)n mehr Bürgerfreundlichkeit ab, sondern suchte dies durch sein eigenes Verhalten auch „vorzuleben". Die Verwaltungsorganisation seines Hauses krempelte Heim von Anfang an stetig und umsichtig um: Zunächst wurden Dezernate und Ämter neu strukturiert, eine Presse- und Stabsstelle sowie eine Wirtschaftsförderungsstelle installiert, das neue Verwaltungs-Steuerungsmodell eingeführt, Leitbilder und Qualitätszirkel entwickelt und um ein nachhaltiges Klima für Bürgerfreundlichkeit zu schaffen, auch die Arbeitsplätze aller Mitarbeiter(innen) vor allem mit neuester Computertechnik modernisiert. Parallel dazu lief in diesem Sinne auch die Umsetzung der im Jahre 2005 vom Land Baden-Württemberg initiierten Verwaltungsreform. Es galt nicht nur die unterschiedlichsten bis dato selbständigen staatlichen Sonderbehörden in den Betrieb Landratsamt einzugliedern. Diese sollten unter den gleichen Bedingungen wie die bisherige Stammbelegschaft integriert und in Richtung eines neuen Gemeinschaftsbewusstseins geführt werden. Neben der Ausrichtung auf Bürgerfreundlichkeit sollte beim um 50 % angewachsenen Personalkörper innerhalb von sieben Jahren auch eine Effizienzrendite von 20 % erwirtschaftet werden. Auch mit Hilfe des von Karl Heim eingeführten kooperativen Führungsstils konnten diese Ziele erreicht werden.
Herausragende Themen waren v.a. die Einführung des Ringzuges innerhalb einer großen Revision des gesamten regionalen ÖPNVs sowie die Umstrukturierung des Gesundheitswesens im Landkreis, die in 2013 mit der Einweihung des neuen Zentralklinikums abgeschlossen wurde. Unter Karl Heim wurde die Partnerschaft mit dem ungarischen Komitat Bacs-Kiskun durch zahlreiche Besuche, Gegenbesuche und Beteiligungen an Veranstaltungen in beiden Ländern mit Leben erfüllt. In den 16 Jahren Amtszeit Karl Heims gab es etliche „Neueinrichtungen" wie z.B. zur Stärkung der Familienfreundlichkeit im Kreis die Einstellung einer Familienbeauftragten und eine kreiseigene Kindertagesstätte, es wurde eine Kreis-Behindertenbeauftragtenstelle eingerichtet, eine Kreis-Energieberatungsstelle, ein „Jugendfonds" gegründet, im kulturellen Bereich wurde ein Kreis-Kulturpreis, ein Kreis-Kulturpass und Kreis-Kunstausstellungen ins Leben gerufen, ein Kreis-Pflegestützpunkt und ein Bildungsbüro wurden eingerichtet und manches mehr. Um all dies zu realisieren, hat Landrat Karl Heim vielseitige Kontakte geknüpft und gepflegt, um in Kooperation mit anderen Einrichtungen und Interessengruppen Strukturverbesserungen zu erreichen, die mit den alleinigen Mitteln des Landkreises nicht möglich gewesen wären. Der im positiven Sinne stets umtriebige zweite Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises hat v. a. in seiner zweiten Wahlperiode viel von seinem Vorgänger Übernommenes erfolgreich weiterentwickelt und etliche eigene Neuerungen mit angestoßen.  

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